Pizzeria Tisene
Elisabeth hatte ja überlegt, in welches der drei Gaststätten Tisens ich sie wohl einladen würde. Sie wissen, dass ich das Restaurant „Zum Löwen“ ausgewählt habe. Das schien mir für das erste Date die beste Wahl. Schließlich hatte ich nur einen Versuch, Elisabeth für mich einzunehmen. Aber für so zwischendurch und nebenher und weil ich einfach gerne eine gute Pizza esse, ist die Pizzeria Tisene in Tisens die Erste Wahl. Nun, sie ist auch die einzige Möglichkeit, hier oben eine gute Pizza zu bekommen. Und so dürfen Sie sich gerne vorstellen, dass Elisabeth und ich hier regelmäßig sitzen und genießen, was aus dem Holzofen kommt. Nun ja, Sie müssen sich uns einfach denken, denn in echt werden Sie uns nie zu sehen bekommen. Wir existieren eben nur im Kopf unseres Schreiberlings. Und vielleicht auch in Ihren Köpfen. Aber nur als Fiktion. Gäbe es mich aber wirklich, dann fänden Sie mich hier oft. Denn es ist schön hier. Und lecker. Streng genommen, ist es in Südtirol überall lecker. Aber ich mache mit Ihnen jetzt nur einen Rundgang durch Prissian und Tisens. Den Rest des schönen Landes müssen Sie dann schon selber entdecken. Oder mit mir zusammen in den nächsten Bänden der Krimireihe. Aber ich schweife ab. Pizzeria Tisene – gemütlich im Erdgeschoss, dass nach hinten in den Berg eingebaut ist. So wirkt es jedenfalls. Wendeltreppe nach oben: Freiluftterrasse! Essen, wie es Ihnen beliebt. Mit oder ohne Sonne, mit oder ohne Luft drumherum. Service: Tadellos, freundlich und schnell. Und: viele junge Leute aus der Umgebung. Für mich befremdlich: Die jungen Leute packen sich Ketchup auf die Pizza. Geschmackssache. Müssen Sie ja nicht machen. Die Pizzen sind anders belegt, als bei „Ihrem Italiener“ in Bottrop oder Wesel. Hier gibt es neue Geschmäcker zu entdecken. Und außer Pizza gibt es wechselnde Nudelgerichte, Fleisch und manchmal auch Fisch.
Typisch: Im Eingangsbereich eine Bar. Da stehen die, die nur mal schnell einen Espresso nehmen. Oder ein kleines Glas Wein. Die Truppe, die die Gampenstraße säubert, repariert, dafür sorgt, dass die Straße zu allen Jahreszeiten befahrbar bleibt, verbringt hier gerne ihre Mittagspause. Ich habe mal versucht zu verstehen, was die reden. Aber bei dem Dialekt habe ich nichts verstanden. Gar nichts. Weniger als Nichts. Nur, dass sie miteinander Spaß hatten und dass es ihnen gut geschmeckt hat. Das war eindeutig. Zufriedene Gesichter sind ein untrügliches Zeichen dafür, dass hier gut gekocht wird.